Risikogruppen

Risikogruppen

Jeder kann an HPV induzierten Tumoren erkranken. Es gibt jedoch Risikofaktoren, deren Zusammenspiel für ein Tumorwachstum verantwortlich gemacht werden.

Life-Style Faktoren
  • Hoher Tabakkonsum (Rauchen, Schnupf- oder Kautabak)
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum, insbes. von Flüssigkeiten mit >30 Vol. %
Life-Style unabhängige Faktoren
  • Persistierende HPV16 Infektionen bei sich oder des Partners oder der Partnerin
  • Patientenanamnese mit therapiertem HPV induzierten Tumor
  • Immunschwäche oder Immunsuppression
Hoher Tabakkonsum

Rauchen erhöht das Krebsrisiko. Es ist inzwischen bekannt, dass nicht nur direkt applizierte Kanzerogene aus dem Tabak Mutationen fordern können. Rauchen hat auch eine schädliche Wirkung auf das Immunsystem, unter anderem auf die Funktion der dendritischen Zellen. Diese Zellen haben eine Schlüsselrolle in der Immunabwehr. Sie sind dafür verantwortlich, virale Proteine auf ihrer Oberflache den cytotoxischen T-Zellen zu präsentieren, damit z. B. Papillomviren vom Körper als pathogen erkannt und bekämpft werden. Bei Rauchern ist die Funktion der dendritischen Zellen eingeschränkt. Dieser Umstand begünstigt bei persistierender Infektion mit HP-Viren eine Progression der HPV-Infektion und den Übergang in ein malignes Zellwachstum.

Alkoholkonsum

Die deutlich zunehmende Wahrscheinlichkeit einer HPV Infektion bei steigendem Alkoholkonsum konnte unter anderem in einer Studie an 1300 Personen in Florida gezeigt werden. Als Material zum Nachweis von HPV diente Abstrichmaterial aus dem männlichen Genitalbereich. (Schabath MB,et al.Sex Transm Infect2015;91:61–67. doi:10.1136/sextrans-2013-051422). In vivo hat die Aufnahme von Alkohol kurz- und langfristige Auswirkungen auf das Immunsystem. So führt die Einnahme von Alkohol wie Rauchen dazu, dass die Präsentation von körperfremden Antigenen auf der Zelloberfläche gestört ist. Das Eindringen von viralen Antigenen wird limitiert erkannt. Es kommt zu einer eingeschränkten Phagozytosefähigkeit und Chemotaxis.